BImSchV – Darf ich den Kaminofen noch heizen?

Heizkamin ohne SimsDer Gesetzgeber beschäftigt sich schon lange mit den Schadstoffen, die Feuerungsanlagen ausstoßen. Nicht erst seit der Klimadebatte stehen die Betreiber von Kaminöfen und Einzelfeuerstätten  im Fokus der Diskussionen. Ob in der Tageszeitung, den Social Medien oder in den Nachrichten, das Thema ist brisant und die Hausbesitzer sind oft verunsichert. Welche Informationen sind kompetent und wann sind nur die Überschriften reißerisch formuliert?

Die häufigste Frage der Betreiber lautet:

„Darf ich mit meinem Kaminofen noch heizen?“

Diese Frage beantworte ich Ihnen in Verbindung mit den Anforderungen der Bundesimmissionsschutzverordnung.

Die 1. BImSchV erfolgte in zwei Stufen

Die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung wurde vom Gesetzgeber im Jahr 2010 als Novelle verabschiedet. Es wurden erstmals höhere Anforderungen an Feuerstätten, die mit festen Brennstoffen beheizt werden, gestellt und festgelegt. Die Verordnung ist für Einzelfeuerstätten ebenso bindend, wie für Zentralheizungen. Die Betreiber sind damit angehalten, die Grenzwerte der Abgase einzuhalten.

THERMIA Kaminofen Olympus E, Stahl, 7 kW, ovale Form, abgerundete Sichtscheibe
  • Rauchrohranschluss: oben/hinten Ø 150mm
  • Heizleistung: 7 kW
  • Aschebehälter: Ja
  • Gewicht: 95 kg
  • 2. Stufe BImSchV: Ja

Der Gesetzgeber hat die Verordnung in 2 Stufen festgelegt. Die 1. BimschV 2. Stufe wurde zum 01.01.2015 aktiviert und ist seit 01.01.2018 in Kraft. Sie regelt, wie Feuerstätten zu betreiben sind und vor allem mit welchen Brennstoffen. Angesprochen sind hauptsächlich die häuslichen Feuerungsanlagen, wie z. B. der Kaminofen und der offene Kamin. Fast jedes Haus betreibt einen kleinen Schwedenofen als Übergangsheizung, der mit Holz bestückt wird.

            • Wirkungsgrad:  73 %
            • Kohlenmonoxid:  1,25 g/ m³ Abgas
            • Feinstaub:  0,04 g/ m³ Abgas

Wie lange darf ich mit meinem Kaminofen noch heizen?

Zunächst ist die Verordnung bindet. Für Einzelfeuerstätten, die vor dem 22. März 2010 in Betrieb genommen wurde, gelten Übergangsfristen. Für sie gelten Grenzwerte, die in § 26 der BImSchV festgelegt sind:

            • Kohlenmonoxid: 4 g/m³ Abgas
            • Feinstaub: 0,15 g/m³ Abgas

Der Nachweis muss der Betreiber liefern. Dafür ist der Hersteller der Feuerstätte anzufragen, oder Sie entscheiden sich für einen Messung durch den Schornsteinfeger. Leider ist letzteres mit Kosten verbunden und ich rate Ihnen dies abzuklären, bevor Sie den Auftrag vergeben.

Gibt es eine Kulanz für meinen alten Ofen?

Auch dies regelt der § 26 der 1. BImSchV. Das Alter der Einzelfeuerstätte und den entsprechenden Grenzwerten wird in 4 Zeiträume eingeteilt. Dabei richtet sich die Einteilung nach den Angaben auf dem Typenschild:

              • bis einschließlich 31. 12. 1974 seit dem 31. 12. 2014
              • ab 01. 01. 1975  seit dem 31. 12. 2017
              • ab 01. 01. 1985  seit dem 31. 12. 2020
              • ab 01. 01. 1995  –  21. 03. 2010  erst am 31. 12. 2024
              • kein Alter feststellbar: seit dem 31. 12. 2014

Ihr Ofen erreicht die Grenzwerte nicht?

Wenn Ihre Feuerstätte die Grenzwerte nicht einhält, dann müssen Sie als Betreiber den Kamin außer Betrieb setzen oder eine Nachrüstung erwägen.

Einen Kamin „Außer Betrieb“ setzen bedeutet, die Öffnung im Mauerwerk baurechtlich zu verschließen und den Kamin beim Schornsteinfeger abzumelden. Alternativ bietet sich eine neue Feuerstätte an, die wiederum vor Inbetriebnahme beim Kaminfeger angemeldet werden muss.

Feinstaubkatalysator V 2.0 ChimCat zur Erfüllung der BImSchV
  • Feinstaubkatalysator V 2.0 (rund) zur Reduzierung von Umweltgiften und Feinstaub

Das Nachrüsten bei nicht erreichen der Grenzwerte bedeutet, einen Feinstoff-Filter an der Schornsteinanlage einzubauen. Hier unterscheiden sich aktive und passive Geräte nicht nur in den Kosten. Aktive Filter erreichen einen sehr hohen Abscheidegrad, wogegen die passiven Feinfilter wie Katalysatoren wirken. Schädliche Abgase lassen sich teilweise umwandeln. Das regelmäßige Austauschen des Filters möchte ich als Nachteil nicht unerwähnt lassen.

Die Ausnahmen laut 1. BImSchV

Es gibt wie fast überall auch Ausnahmen … Bei einigen Einzelfeuerstätten, die für die Wärmeversorgung des Hauses oder der Wohnung alleine zuständig sind, macht der Gesetzgeber eine Ausnahme. Dies gilt auch für:

              • Einzelraumfeuerungsanlagen vor 1950 errichtet 
              • Offene Kamine
              • Badeöfen
              • Grundöfen
              • Nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen (Nennleistung weniger als 15 kW)

Letzte Aktualisierung am 26.02.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API