Die 1. BImSchV 2. Stufe seit 1. Januar 2018 in Kraft

alter Kaminofen

Seit 01.01.2018 greift die 1. BImSchV 2. Stufe . Damit sind wesentlich strengere Grenzwerte für mit Holz betriebene Feuerstätten einzuhalten. Die Verordnung regelt seit 2009 die Abgase von kleinen und mittleren Einzelraumfeuerstätten. Sie regelt – je nach Alter der verschiedenen Öfen – nicht nur die Grenzwerte für die Verbrennungsabgase, sondern benennt unterschiedliche Übergangsfristen. In der 2. Stufe sind Kaminöfen und andere Holzöfen betroffen, die aus den Jahren vor 1985 stammen.

Ist Ihre Feuerstätte älter als 33 Jahre?

Der Stichtag 31. Dezember 2017, zur Nachrüstung/Außerbetriebnahme von Kamin- und Kachelöfen, betreffen Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 31. Dezember 1984 eingebaut und/oder in Betrieb genommen wurden. Zwar gibt es viele Maßnahmen, die Feuerstätte im Laufe der Jahre zu verbessern, doch die Verordnung bezieht sich zunächst auf das Alter.

Nach über 33 Jahren ist es schwierig, das korrekte Alter festzustellen oder gar ein Typenschild vorzufinden. Wenn doch, dann ist es sicher nicht mehr lesbar. Hier bietet der Gesetzgeber einen Ausweg an, die auch für alte Öfen, die durch eine Nachrüstung verbessert wurden, eine Lösung sein könnte.

Kann der Betreiber durch das Messergebnis des Schornsteinfegers nachweisen, dass die Feuerstätte die Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Staub nicht übersteigt, darf der Ofen weiterhin auf unbestimmte Zeit betrieben werden. Eine Nachrüstung oder Austausch ist dann nicht erforderlich.

Die Mess- und Grenzwerte Ihrer Feuerstätte hat jedoch nichts mit der Effizienz zu tun, wie der Ofen die Energie des Holzes umsetzt. Wie hoch der Wirkungsgrad ist, lässt sich aus dem Messergebnis des Kaminfegers nicht erkennen. Aus diesem Grund müssen alle Kaminöfen und Holzfeuerstätten seit dem 01.01.2018 ein Energielabel besitzen, das die Energieklassifizierung ausweist und die zu erwartende Wärmeleistung.

Für wen gilt die Übergangsregelung?

Mit der Novellierung der 1. BImSchV wurden gleichzeitig Übergangsregelungen Einzelraumfeuerungsanlagen festgelegt. Dabei handelt es sich um Feuerstätten, die vor dem 22. März 2010 in Betrieb genommen wurden. Von den Sanierungsregelungen, wie sie auch genannt werden, sind Feuerungsanlage für Einzelräume betroffen, die mit Brennholz, Scheitholz oder Pellets bestückt werden. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass sie vorrangig zum Heizen des Aufstellraumes dienen. Das können Kaminöfen oder Kachelöfen sein, die für den dauerhaften Gebrauch den Vorschriften entsprechen müssen.

  1. Wenn der Hersteller bescheinigen kann, dass die Feuerstätte den Grenzwerten für Staub von 0,15 g/m³ Abgasluft und für Kohlenstoffmonoxid von 4 g/m³ Abgasluft eingehalten werden.
  2. Wenn der Schornsteinfeger eine Messung vor Ort an der Feuerstätte durchführt und bestätigt, dass die Grenzwerte für Staub von 0,15 g/m³ Abgasluft und für Kohlenstoffmonoxid von 4 g/m³ Abgasluft eingehalten werden.

Ist einer dieser zwei Nachweise erbracht, können Sie mit Ihrem alten Ofen – zeitlich unbegrenzt – weiterhin heizen.

Kann weder der Hersteller, noch ein Beauftragter des Schornsteinfegerhandwerks den Nachweis erbringen, verlangt die 1. BImSchV 2. Stufe eine Nachrüstung oder die Außerbetriebnahme der Feuerstätte. Aktuell sind davon die Öfen betroffen, die vor dem 31.12.1984 in Betrieb genommen wurden. Je nach Alter des Ofens gelten unterschiedliche Übergangszeiten von Ende 2014 – Ende 2024. Die meisten Öfen sind zum maßgeblichen Zeitpunkt über 30 Jahre in Betrieb.

Wo können Sie sich informieren?

Möchten Sie einen modernen Kaminofen kaufen*, der emissionsarm und kostengünstig heizt, oder sind Sie überzeugt, dass eine Nachrüstung zur Reduzierung der Staubemission genügt? Lassen Sie sich umfangreich und fachgerecht beraten, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

  • Zuständige Behörde vor Ort oder auf dem Landratsamt
  • Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger
  • Feuerstättenbescheid, der nach der letzten Feuerstättenschau ausgestellt wurde, enthält Informationen und Fristen.
  • Homepage des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

Technik und Energielabel ersetzt nicht das richtige Heizen

Trotz guter Messwerte und modernstem Kaminofen ist der Betreiber für die Abgase und die Schadstoffbelastung durch seine Feuerstätte verantwortlich. Wie fachmännisch er seine Anlage mit festen Brennstoffen heizt,  zeigt sich am Rauch, Geruch und den (unsichtbaren) schädlichen Emissionen. Die gesundheitsgefährdenden Gase werden durch falsches Heizen freigesetzt. Durch richtiges Heizen mit richtig gelagertem Brennholz – ohne Restfeuchte – erfolgt eine emissionsarme Holzverbrennung, die so einen effektiven Beitrag für Energie und Umwelt leistet. Nicht zu vergessen sind die Heizkosten, die sich durch richtiges Heizen reduzieren.

Offene Kamine und Kachelöfen sind nicht von der 1. BImSchV 2. Stufe betroffen

  • Offene Kamine 
  • Badeöfen, die mit Holz beheizt werden.
  • Grundöfen ( Wärmespeicheröfen-Kachelöfen) aus mineralischen Materialien vor Ort von einem Handwerker gesetzt.
  • Feuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärme- und Energieversorgung nur über diese Ofenanlage erfolgt.
  • Nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen unter 15 kW Nennwärmeleistung.
  • Öfen und Kamine, die vor 1950 errichtet wurden und als historisch gelten.