Wie funktioniert die Kaminkassette?

Immer wieder werde ich gefragt: Wie funktioniert die Kaminkassette? Meist wird sie vom Fachmann in den offenen Kamin eingebaut und damit ist sie bereits funktionsbereit! Durch die Heizkassette ist der alte Kamin endlich wieder mit gutem Gewissen nutzbar, den durch das Umrüsten entspricht er der gesetzlichen Forderung für Energieeinsparung und Umweltschutz. Wie die Kaminkassette – auch Heizkassette oder Kamineinsatz genannt – technisch funktioniert und wie die Vorschriften erreicht werden, erkläre ich hier.

wie funktioniert die Kaminkassette
@der-kamindoktor

 

 

Der offene Kamin lässt die Energie entweichen

Während des Brennvorgangs nimmt sich ein offener Kamin die benötigte Luft meist direkt aus dem Raum und zieht damit die entstandene Energie durch den Schornstein nach draußen. Offene Kamine erreichen einen wesentlich geringeren Wirkungsgrad, als nach dem Einbau eines Kamineinsatzes, der exakt für die Öffnungen angepasst wird. Mehr als 30 % Wirkungsgrad ist von der offenen Feuerstätte im Wohnraum nicht zu erwarten, wogegen die Heizkassette – als geschlossener Einsatz – zwischen 80 – 90% verspricht. Die kalte Raumluft wird um den Brennraum geführt und dabei erwärmt. Durch vorgesehene Kanäle strömt die warme Luft in den Raum zurück. Dieser Vorgang wird bei modernen Modellen durch einen Motor unterstützt. Eine weitere Wärmequelle ist die Kaminscheibe, die gleichzeitig den Raum vor Schmutz und Rauchgase schützt.

Technisches Know-how für die Kaminkassette

Die Form der Kaminkassette entspricht einer geschlossenen Einheit aus Stahl und wird individuell für Ihren Kamin und dessen Abmaße hergestellt. Entscheidend für die Größe der Kassette ist die Öffnung des offenen Kamins. Diese Abmaße bestimmen gleichzeitig die Größe der Kaminscheibe. Sie ist Teil der hitzebeständigen Tür, die meist die ganze Breite einnimmt und mit einem geringen Rahmen konstruiert wird. Für die Scheibe ist modernes Keramikglas das ideale Material, das in Größe, Form und Hitzebeständigkeit fast keine Grenzen kennt. Die Hersteller von Heizkassetten sind mit Material und technischem Know-how stets auf dem aktuellen Stand der Technik. Eine Kaminkassette ist kein Produkt, das man „von der Stange“ kauft, es sollte von dem Fachbetrieb ausgemessen werden, der die Heizkassette herstellt und fachgerecht einbaut. Nur dann entspricht das Ergebnis Ihren Erwartungen und erfüllt die Vorgaben für Energieersparnis und Umwelt.

Die Heizkassette eignet sich zur Befeuerung mit Holzscheiten, Briketts oder Pellets. Ein hoher Nutzungsgrad des Brennmaterials ist gewährleistet, da das System des geschlossenen Kastens die Wärmeenergie effizient speichert und verzögert wieder abgibt.

Darüber hinaus kann der Kamineinsatz auch als wasserführende Variante eingesetzt werden, um eine Integration in den Zentralheizkreislauf zu ermöglichen. Dadurch kann die Zentralheizung bei der Erzeugung von Wärme und/oder Warmwasser unterstützt werden.

 

Meine Empfehlung:

Um die baurechtliche Voraussetzung zu gewährleisten, ist es wichtig, die gesamte Schornsteinanlage auf ihre Betrieb- und Brandsicherheit überprüfen zu lassen, bevor Sie den offenen Kamin umbauen. Dies ist unbedingt erforderlich, da durch die Veränderung der Feuerungsanlage eine erhöhte Abgastemperatur resultiert. Aufgrund des niedrigen Abgasvolumens gegenüber der offenen Feuerstätte, ist in manchen Fällen eine Schornsteinquerschnittsermittlung – und die daraus resultierende Querschnittsminderung – in Betracht zu ziehen. Eine Stellungnahme des bevollmächtigten Schornsteinfegermeisters dient nicht nur dem Betreiber zu seiner persönlichen Sicherheit, auch für Behörde und Versicherung ist sie ein hilfreicher Nachweis.