Der Ofen zieht nicht…

 „Der Ofen zieht nicht“ ist eine Aussage, die zwar jeder versteht, aber technisch gesehen „falsch“ ist. Korrekt wäre:

der Schornstein zieht nicht oder der Kamin zieht nicht…

Um das Problem erst gar nicht aufkommen zu lassen, muss die Luftzuführung und die Luftzirkulation optimal funktionieren. Die meisten Störungen, die beim Betrieb eines Kaminofens entstehen, liegen am Schornsteinabzug. In ganz wenigen Fällen ist das Problem an der Feuerstätte zu suchen.

Geregelte Zugverhältnisse im Feuerungsraum sorgen nicht nur für eine effiziente Heizleistung und eine saubere Verbrennung, sondern auch für eine funktionierende Scheibenspülung.

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Der Schornstein oder Ofen zieht nicht:

Dieser baut durch seine Auftriebskraft einen Unterdruck auf, der so den notwendigen Sauerstoff in den Feuerraum zieht, der für den Verbrennungsvorgang benötigt wird. Der Rauch zieht bei dieser Aktion durch den Kamin ab.

 

Die 3 wichtigsten Faktoren!

1. Ist der Schornstein kalt ?

2. Ist die Wohnung zu dicht ?

3. Stört der Wind den Zug im Kamin ?

1. Ist der Schornstein zu kalt

Vor allem in der Übergangszeit, in der oft die Außentemperatur noch zu hoch ist, treten die Probleme mit dem Schornsteinzug auf. Um einen guten Auftrieb zu erhalten, sollte der Temperaturunterschied zwischen Rauchgas und Außentemperatur nicht zu gering sein. Das heißt, je kälter es draußen ist, um so eher zieht der Kamin richtig ab. Jedoch wird der Auftrieb im Schornstein von vielen Faktoren beeinflusst. Zu warme Außenluft, starke Sonneneinstrahlung oder ungünstige Windströmung, die an der Schornsteinmündung ankommt, können ebenso „schuld“ sein, wie ein langer Betriebsstillstand der Feuerungsanlage. Hier ist die Luftsäule im Kamin meist kälter als die Außenluft. Beim Versuch, den Kamin unter diesen Umständen anzuzünden, schlagen die Rauchgase in den Feuerungsraum zurück und ersticken nebenbei auch noch die Flamme. Die unschöne Begleiterscheinung ist dabei das Verrußen der Glasscheibe. Hier hilft ein kleiner Trick: Eine große Flamme wird im Kamin gezündet, um den Schornstein schnellstens zu erwärmen. Damit wird der richtige Auftrieb herstellt und das Problem ist gelöst, der „Ofen zieht“ wieder und saubere Kaminscheiben bleiben rußfrei. Doch Achtung, nur mit einem Streichholz ist diese Wirkung nicht zu erzielen – es muss schon eine große Flamme sein.

2. Ist die Wohnung zu dicht

Dass die Räume zu dicht sind, ist ein ganz neues Problem, das erst in der heutigen Zeit – auf Grund der Energieeinsparungen – aufgetreten ist. Durch die gute Wärmedämmung der Wände, durch optimal abgedichtete Fenster und gut isolierte Dächer, kann die Feuerstätte nicht genügend Luft zur Verbrennung anziehen. In der Wohnung, wie auch im Kamin entsteht ein Unterdruck und das Feuer geht wieder aus.

  • Gerade in der Anheizphase kommen oft zwei Komponente zusammen, die dazu führen, dass der Kamin nicht zieht.
  • Zu dichte Räume, die z. B. durch eine gut abgedichtete Gebäudehülle entsteht
  • Die zu geringe Differenz zwischen Rauchgassäule im Kamin und der Außenlufttemperatur
  • Beim Kaminofen anheizen ist der Zug im Kamin am schwächsten und erst wenn sich der Schornstein erwärmt hat, erhöht sich auch die Saugkraft.

Es ist ratsam, eine dauer-wirksame Zuluft zu gewährleisten. Aber vor allem, wenn der Ofen in einem Raum steht, der mit der Küche verbunden ist – z. B, in offenen Wohnräumen –  ist es nicht nur ratsam, sondern eine Pflichtvorgabe, die nachzuweisen ist.

3. Stört der Wind den Zug im Kamin

Wenn der Zug im Schornstein vom Wind beeinträchtigt ist – den Schornsteinzug also stört – so ist dies in erster Linie davon abhängig, ob die Schornsteinmündung im freien Windstrom liegt. Das bedeutet, dass die Höhe des Schornsteins entscheidet, ob der Wind ungehindert an ihm vorbei ziehen kann. Ein Problem das häufig auftritt, wenn der Kamin zu nieder gebaut wurde. Leider wird dies zu wenig berücksichtigt. In meiner Praxis hat die Höhe des Schornstein – und die Bemessung des Schornsteinquerschnitts – immer die 1. Priorität, um das Problem zu fixieren.

Eine fachmännische Beratung des Schornsteinfegers wird klären, ob eine Schornsteinverlängerung* die erwünschte Wirkung bringt. Es wäre eine kostengünstige und einfache Lösung für das Problem: „der Ofen zieht nicht“! Und vor allem mit einem zufriedenstellenden Ergebnis. Die Verlängerung wird durch einen Kaminaufsatz erreicht, der aus hochwertigem Edelstahl gefertigt ist.

Er wird zur Erhöhung des Schornsteins an der Schornsteinmündung aufgesetzt und befestigt. Die Industrie bietet verschiedene Modelle an, von einfachen Varianten bis hochwertigem Hightech. Dass die Bauvorgaben hierfür beachtet werden müssen und der fachmännische Rat eingeholt werden muss,  ist die Voraussetzung der Schornstein- und Kaminveränderung.

Praxis-Tipps

  • Wenn Sie den Feuerraum zum Nachlegen öffnen, darf die Tür zunächst nur einen kleinen Spalt offen sein. Erst nach einer kleinen Wartezeit die Ofentür langsam öffnen, jedoch nur so weit, um das Holz bequem nachlegen zu können.
  • Das Holz sollte im Brennraum so weit wie möglich in den hinteren Bereich des Feuerraum platziert werden – und zwar quer. Benutzen Sie hierfür ein geeignetes Kaminbesteck und achten Sie auf Ihre Kleidung.
  • Haben Sie die Drosselklappe eingebaut und der Ofen zieht nicht? Dann überprüfen Sie die Position, ob sie geöffnet ist.
  • Wer ganz sicher gehen möchte, sollte den Rauchgasabzug senkrecht planen. Es ist nicht nur eine elegante, sondern auch eine technisch vorteilhafte Lösung, damit der Kamin problemlos zieht.
  • Doch egal, ob das Verbindungsstück vom Ofen zum Schornstein senkrecht oder nach hinten verläuft, stellen Sie sicher, dass es sauber und frei ist. Manchmal hilft schon eine einfache Rohrbürste.